Liechtenstein lässt IT-Systeme extern prüfen

Nach dem Cyberangriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen lässt die Liechtensteiner Regierung ihre IT-Sicherheit zusätzlich von einem internationalen Unternehmen überprüfen. Neben dem konkreten Vorfall sollen auch weitere Systeme und die IT-Prozesse des Landes untersucht werden.
Die bereits durchgeführten Sicherheitsanalysen nach dem Cyberangriff werden durch eine externe Untersuchung ergänzt. Die Regierung will dafür eine internationale Firma mit entsprechender Facherfahrung beiziehen. Derzeit werden Angebote von grossen, weltweit tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit Expertise im Bereich Cybersicherheit eingeholt.
Die externe Untersuchung umfasst mehrere Bereiche. Geplant ist ein zusätzliches Incident Review des Cyberangriffs auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen (VwbP). Zudem sollen weitere sicherheitsrelevante Systeme mit sensiblen Daten einem umfassenden IT-Audit unterzogen werden. Überprüft werden sollen auch die Beschaffung, Steuerung und Verwaltung der IT-Systeme.
«Die Sicherheit sensibler Daten und das Vertrauen in die staatlichen Institutionen haben für die Regierung höchste Priorität», sagt Regierungschefin Brigitte Haas. Mit der zusätzlichen Prüfung wolle die Regierung Risiken identifizieren und bestehende Prozesse verbessern. Gleichzeitig sollen die Hintergründe des Cyberangriffs aufgeklärt und vergleichbare Vorfälle künftig möglichst verhindert werden.
Ein Teil der nach dem Angriff vom Netz genommenen Systeme soll in den kommenden Tagen wieder verfügbar sein. Ab Mittwoch, 2. September 2026, wird die Grundbuchsoftware «Terris» wieder aufgeschaltet. Weitere Systeme sollen in den folgenden Tagen und Wochen wieder in Betrieb genommen werden. Nach Angaben der Regierung wurden alle vom Netz genommenen Systeme zusätzlichen Sicherheitsprüfungen unterzogen.
Weiterhin gebe es keine Hinweise auf einen konkreten Missbrauch der vom Cyberangriff betroffenen Daten.
Text: pd/red