Ostschweizer KI-Start-ups bauen ihre Angebote aus

Drei Start-ups haben in den vergangenen Wochen neue Funktionen und Anwendungen lanciert. Diese reichen von KI-Agenten für die Immobilienbewirtschaftung und einer ChatGPT-Anwendung für die Lagerraumsuche bis hin zu einem Tool zur Optimierung der Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten.
Das Thurgauer Start-up Woonig entwickelt eine Software für die digitale Immobilienbewirtschaftung. Diese unterstützt Immobilienverwaltungen unter anderem bei der Kommunikation, dem Anliegenmanagement und weiteren Prozessen der Immobilienbewirtschaftung. Seit dem Start im Jahr 2020 verzeichnet Woonig ein stetiges Kundenwachstum. Die Software wird heute unter anderem von Emeria Switzerland (Vimova), ADT INNOVA und TRUVAG genutzt.
Nun erweitert das PropTech-Start-up seine Plattform um KI-Agenten. Diese sollen repetitive Abläufe automatisieren und Bewirtschaftungsteams im Arbeitsalltag entlasten. Die Agenten übernehmen klar definierte Aufgaben innerhalb bestehender Prozesse, etwa bei der Erfassung von Anliegen, der Vorqualifikation von Vorgängen, der Einordnung von Tickets oder der Bearbeitung von Rückfragen.
«ranQ»: Mehr Sichtbarkeit in KI-Antworten
Die St.Galler Cohaga betreibt die führende Schweizer Direktmarketing Plattform LeadHub und zählt unter anderem Helvetia, Zurich, Swiss Life, Baloise, Coop und Porsche zu ihren Kunden. Nun erweitert das Unternehmen sein Angebot mit dem neuen Tool «ranQ». Die Lösung basiert auf dem Ansatz der Generative Engine Optimization (GEO), einer Weiterentwicklung der klassischen Suchmaschinenoptimierung für KI-Systeme. Sie zeigt Unternehmen, wie sichtbar sie in KI-generierten Antworten von Systemen wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind und wie sie dort häufiger erkannt, zitiert und empfohlen werden.
Bereits vor dem offiziellen Launch gewann Cohaga nach eigenen Angaben mehr als 200 Kunden aus verschiedenen Branchen und verzeichnete Bestellungen für ranQ-Pläne im Wert von über 500'000 Franken. Rund die Hälfte der Kunden nutzte bereits LeadHub und setzt nun zusätzlich auf ranQ.
Lagerraumsuche über ChatGPT
Das 2023 gegründete Start-up Storabble bündelt Lagerräume – von Self-Storage-Boxen über Garagen bis hin zu Lagerhallen – auf einer digitalen Karte. Nun hat das Unternehmen eine App in ChatGPT lanciert. Wer in ChatGPT nach Lagerraum sucht, erhält passende Angebote direkt aus dem Marktplatz von Storabble. Laut Medienmitteilung ist Storabble damit der weltweit erste Self-Storage-Marktplatz mit einer eigenen ChatGPT-App.
Für Anbieter auf Storabble eröffnet sich damit ein zusätzlicher Vertriebskanal. Das St.Galler Start-up plant, die Funktionen der App schrittweise auszubauen, sodass künftig das gesamte Inventar des Marktplatzes direkt in ChatGPT gesucht, verglichen und gebucht werden kann. Parallel wächst das Unternehmen weiter: Anfang Juli 2026 expandierte Storabble mit dem Markteintritt in Frankreich in sein viertes Land, weitere europäische Märkte sollen folgen.
Text: pd/red