Thurgau führt Echtheitsprüfung für Betreibungsregisterauszüge ein

Der Kanton Thurgau geht gegen gefälschte Betreibungsregisterauszüge vor. Im Bezirk Arbon ist eine schweizweit erstmals eingesetzte Echtheitsprüfung per QR-Code gestartet. Ende August soll die Lösung auf den ganzen Kanton ausgeweitet werden.
Betreibungsregisterauszüge lassen sich künftig im Kanton Thurgau einfacher auf ihre Echtheit überprüfen. Seit Montag versieht das Betreibungsamt Bezirk Arbon die ausgestellten Dokumente mit einem QR-Code. Damit reagiert das Amt für Betreibungs- und Konkurswesen auf wiederholt auftretende Fälschungen.
«Leider werden Betreibungsregisterauszüge heute immer wieder gefälscht», sagt Amtsleiter Roger Wiesendanger. Stempel und Unterschrift allein böten deshalb keine ausreichende Garantie mehr für die Echtheit eines Dokuments. Solange Betreibungsregisterauszüge sowohl physisch als auch digital ausgegeben würden, bestehe Bedarf nach einer einfachen und zuverlässigen Möglichkeit zur Überprüfung. Insbesondere Unternehmen hätten diesen Wunsch bereits seit längerer Zeit an das Amt herangetragen.
Anstoss kam von zwei Unternehmen
Ins Rollen gebracht wurde das Projekt durch eine Anfrage der GLAUX GROUP AG und der BK Solution AG. Die beiden Unternehmen regten die Implementierung und Pilotierung der Lösung beim Thurgauer Amt für Betreibungs- und Konkurswesen an. Das Amt entschied sich für die Unterstützung des Projekts, weil es darin einen zusätzlichen Nutzen und eine zeitgemässe Dienstleistung sieht.
Die Pilotphase läuft seit Montag im Betreibungsamt Bezirk Arbon. Verläuft sie ohne relevante Fehler, soll die Echtheitsprüfung bereits ab dem 31. August 2026 in allen Bezirken des Kantons Thurgau eingeführt werden. Für Bürger, die einen Betreibungsregisterauszug bestellen, entstehen dadurch vorerst keine zusätzlichen Kosten. Auch am bisherigen Bestellvorgang ändert sich nichts.
Lösung könnte schweizweit relevant werden
Nach Angaben des Kantons handelt es sich bei der Echtheitsprüfung um ein schweizweites Novum. Perspektivisch soll die Technologie auch beim eidgenössischen Betreibungsregisterauszug zum Einsatz kommen. Dessen Einführung haben National- und Ständerat bereits beschlossen.
Der Thurgau sammelt mit seinem Pilotprojekt damit Erfahrungen mit einer Lösung, die später auf nationaler Ebene eine Rolle spielen könnte. «Das Amt für Betreibungs- und Konkurswesen des Kantons Thurgau sammelt mit dem Pilotprojekt somit bereits frühzeitig Erfahrungen mit einer Lösung, die künftig auch auf nationaler Ebene relevant werden könnte», sagt Wiesendanger.
Text: pd/red