Humboldt AI will Bewerbungen transparenter machen

Mit Humboldt AI ist in St.Gallen ein neues CareerTech-Start-up an den Start gegangen. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Werkzeuge, die Bewerbern mehr Transparenz über ihre Chancen im Bewerbungsprozess geben sollen. Statt standardisierter Absagen ohne Begründung will das Start-up nachvollziehbares Feedback zu Lebenslauf, Marktwert und Bewerbungsunterlagen liefern.
Hinter dem 2026 gegründeten Unternehmen stehen die beiden Co-CEOs Kathrin Neumüller und Thomas Bigliel. Neumüller promovierte an der Universität St.Gallen zum Thema «Employee Inspiration» und verantwortet bei Humboldt AI die Geschäftsentwicklung. Bigliel bringt Erfahrungen aus den Bereichen Produktentwicklung, Marketingtechnologie und digitale Geschäftsmodelle mit.
Viele Bewerber kennen die Situation: Nach dem Einreichen der Unterlagen folgt entweder gar keine Reaktion oder eine standardisierte Absage ohne nähere Erklärung. Genau hier setzt Humboldt AI an. Das Unternehmen versteht sich als Gegenmodell zu intransparenten Bewerbungsprozessen und möchte Bewerbern konkrete Hinweise zu Stärken, Schwächen und Verbesserungspotenzialen geben.
KI analysiert Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen
Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören unter anderem CV-Checks, Lohn-Checks, ATS-Checks, Arbeitszeugnis-Analysen sowie Prüfungen von Bewerbungsfotos und Arbeitsverträgen. Die Analysen erfolgen auf Basis von Forschungserkenntnissen aus Personalwesen, Leadership und Verhaltenswissenschaften sowie Daten aus der Schweizer Rekrutierungspraxis.
Ein besonderer Fokus liegt auf sogenannten Applicant Tracking Systems (ATS), also den Bewerbermanagement-Systemen vieler Unternehmen. Diese filtern und bewerten Bewerbungen bereits vor der menschlichen Sichtung. Humboldt AI will Bewerbern aufzeigen, wie ihre Unterlagen von solchen Systemen gelesen werden und wo Optimierungspotenzial besteht.
Fokus auf den Schweizer Arbeitsmarkt
Die Plattform wurde speziell für den Schweizer Arbeitsmarkt entwickelt. Neben der Analyse von Lebensläufen bietet sie auch Einschätzungen zum Marktwert und zu möglichen Lohnspannen. Bewerber sollen dadurch besser verstehen, wie ihr Profil im aktuellen Arbeitsmarkt positioniert ist.
Das Unternehmen betont dabei, dass die Technologie nicht dazu dienen soll, Menschen auszusortieren. Vielmehr wolle man Orientierung schaffen und Bewerber bei der Verbesserung ihrer Unterlagen unterstützen. Der Leitsatz lautet entsprechend: «Der Mensch im Mittelpunkt. KI im Hintergrund.»
Text: pd/red