Huber+Suhner plant Software-Zukauf für die digitale Bahn

Huber+Suhner will seine Verbindungstechnik mit britischer Softwarekompetenz ergänzen: Das Herisauer Unternehmen hat die Übernahme von Connected Intelligence vereinbart. Dessen Plattform Fleet Connect ermöglicht es Bahnbetreibern, die Kommunikationsnetze ihrer Zugflotten zu überwachen, zu steuern und zu optimieren. Der Vollzug der Transaktion steht noch aus.
Mit dem geplanten Zukauf verbindet Huber+Suhner seine bestehende Verbindungstechnik mit zusätzlichen Softwarefähigkeiten. Zum bisherigen Angebot gehören unter anderem Bahnantennen, Kabelsysteme und Netzwerkkomponenten. Connected Intelligence ergänzt diese Produkte um die digitale Steuerung und Überwachung der Kommunikationsnetze. Damit stärkt Huber+Suhner seine Wachstumsinitiative für Kommunikationslösungen im Schienenverkehr.
Motion Applied hat tiefe Wurzeln im Motorsport und nutzt seine mehr als 35-jährige Erfahrung aus der Formel 1, um fortschrittliche Elektronik-, Software- und Elektrifizierungslösungen für Branchen wie die Automobilindustrie, den Transportsektor, die Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigung zu entwickeln.
Im Zentrum des britischen Geschäfts steht die Plattform Fleet Connect. Ihre technologischen Wurzeln liegen im Motorsport. Bahnbetreiber können damit die Kommunikationsnetze ihrer Flotten überwachen, verwalten und optimieren. Das soll sowohl den Betrieb unterstützen als auch die Verbindungen für Fahrgäste verbessern. Die Einheit mit Sitz in Woking beschäftigt rund 45 Mitarbeiter.
Die beiden Unternehmen kennen sich bereits aus gemeinsamen Projekten
Zu den Bahnbetreibern, für die sie zusammengearbeitet haben, gehören die Deutsche Bahn, Brightline und Amtrak in den USA sowie Avanti West Coast, Network Rail und c2c in Grossbritannien. Die geplante Übernahme baut damit auf einer bestehenden Partnerschaft auf.
«Kunden suchen zunehmend nach Gesamtlösungen», sagt Drew Nixon, COO des Transportsegments von Huber+Suhner. «Mit dem Connected Intelligence-Team und seinen Kompetenzen können wir sie künftig noch umfassender unterstützen.»
Motion-Applied-CEO Samir Maha sieht im Zusammenschluss die Grundlage für die nächste Wachstumsphase von Connected Intelligence. Sein Unternehmen will sich weiter auf seine Kerntechnologien im Motorsport und in der Elektrifizierung konzentrieren. Nach dem Vollzug soll die verkaufte Einheit innerhalb des Transportsegments von Huber+Suhner dem Bereich Rail Communications angehören.
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der erforderlichen Bedingungen und behördlichen Genehmigungen. Ein Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.