Apple übernimmt Technologie von Ostschweizer Start-up

Der US-Technologiekonzern Apple hat Teile des Schweizer Start-ups Samplab übernommen. Das Unternehmen, das inzwischen unter dem Namen Quitten GmbH mit Sitz in Altstätten firmiert, entwickelte eine KI-gestützte Software zur Musikbearbeitung. Die Übernahme erfolgte bereits im Juni 2026.
Aus einem öffentlichen Register der Europäischen Union geht hervor, dass Apple über eine Tochtergesellschaft bestimmte Vermögenswerte der Samplab GmbH erworben hat. Zudem sollen einzelne Mitarbeiter des Start-ups ein Stellenangebot erhalten haben. Als Erstes berichtete die Plattform Apple Insider über die Transaktion.
Die 2020 gegründete Samplab GmbH entwickelte eine Software, die mithilfe künstlicher Intelligenz mehrstimmige Audioaufnahmen in bearbeitbare MIDI-Noten umwandeln konnte. Dabei blieb die ursprüngliche Klangfarbe erhalten. Die Technologie erleichterte insbesondere Produzenten elektronischer Musik die Bearbeitung von Audiosamples und die Erstellung von Remixen.
Vom Start-up-Wettbewerb zu Apple
Samplab hatte 2022 das Finale des Schweizer Start-up-Wettbewerbs >>venture>> erreicht. Im selben Jahr wurde das Unternehmen in das Portfolio des Wingman Campus Fund aufgenommen.
Im Juni 2026, dem Monat der Übernahme durch Apple, wurde die Samplab GmbH in Quitten GmbH umbenannt. Gleichzeitig änderte das Unternehmen seinen Gesellschaftszweck. Dieser umfasst seither insbesondere die Verwaltung von Einnahmen aus der Entwicklung und dem Vertrieb von Musik- und Audiosoftware.
Der Betrieb der Samplab-Software wurde im September 2026 eingestellt. Die bisherige Website verweist inzwischen direkt auf Apple.
Software statt Unternehmen übernommen
Anders als bei klassischen Firmenübernahmen scheint Apple nicht das Unternehmen selbst, sondern lediglich bestimmte Vermögenswerte und Rechte an der Software erworben zu haben. Die Quitten GmbH besteht weiterhin als eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Altstätten.
Welche Pläne Apple mit der übernommenen Technologie verfolgt, ist nicht bekannt. Denkbar wäre eine Integration in bestehende Musikproduktionsprogramme wie GarageBand oder Logic Pro. Ob und in welcher Form die Technologie künftig zum Einsatz kommt, bleibt offen.
Text: pd/red