HSG zeichnet KI-System zur Erkennung von Mangelernährung aus

HSG zeichnet KI-System zur Erkennung von Mangelernährung aus
Die Projektverantwortlichen Robert Schreiber (l.) und Dietmar Grichnik

Ein Forschungsteam der Universität St.Gallen hat den «HSG Impact Award 2026» für eine Technologie erhalten, die die Nahrungsaufnahme von Patienten automatisiert analysiert. Entwickelt wurde die KI-Lösung gemeinsam mit dem Start-up ALPINA+SANA. Ziel ist es, Mangelernährung in Spitälern früher zu erkennen und das Pflegepersonal zu entlasten.

Hintergrund ist ein verbreitetes Problem im Gesundheitswesen: Laut der HSG sind rund 20 bis 30 Prozent der Patienten in Spitälern von Mangelernährung betroffen. Die Folgen reichen von längeren Behandlungen bis zu zusätzlichen Gesundheitskosten von über 500 Millionen Franken pro Jahr allein in der Schweiz.

Das interdisziplinäre Forschungsteam am «Healthspan Lab» der HSG kombiniert künstliche Intelligenz mit Bilderkennungstechnologie. Das System analysiert Mahlzeiten automatisch und soll selbst bei komplexen Speisen eine Genauigkeit von rund 90 Prozent erreichen. Dadurch könne Mangelernährung früher erkannt werden, gleichzeitig entfalle ein Teil der manuellen Dokumentation für das Pflegepersonal.

Erste Praxistests fanden bereits am Kantonsspital Winterthur statt. Gemäss HSG zeigen die Tests ein erhebliches Potenzial: Tausende Arbeitsstunden könnten eingespart und Behandlungskosten reduziert werden. Gleichzeitig arbeite ALPINA+SANA an medizinischen Nahrungsprodukten, die besser auf Patienten abgestimmt seien. Bereits mehr als 50 Spitäler würden eine Einführung der Technologie prüfen.

Verantwortlich für das Projekt sind Prof. Dr. Dietmar Grichnik und Dr. Robert Schreiber. Der «HSG Impact Award» zeichnet Forschungsprojekte aus, die einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen erzielen. Insgesamt wurden 2026 drei Projekte prämiert.

Text: pd/red

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