HSG-Studie: KI beschleunigt die Erschöpfung in vielen Unternehmen

HSG-Studie: KI beschleunigt die Erschöpfung in vielen Unternehmen

Künstliche Intelligenz und die digitale Transformation verändern die Arbeitswelt rasant. Eine neue Studie der Universität St.Gallen zeigt jedoch: Viele Unternehmen sind auf diesen Wandel nicht vorbereitet. Die Folge sind Erschöpfung, sinkende Arbeitgeberattraktivität und zunehmende Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften.

Die Untersuchung des Instituts für Führung und Personalmanagement der HSG analysiert, wie Unternehmen mit den aktuellen Umbrüchen umgehen. Dabei zeigt sich ein deutliches Muster: Während einige Firmen die Veränderungen erfolgreich nutzen und ihre Mitarbeiter motivieren können, geraten andere zunehmend unter Druck.

Besonders problematisch ist laut den Forschern eine Kultur, die auf immer mehr Leistung und Beschleunigung setzt. In solchen Unternehmen steigt die kollektive Erschöpfung der Belegschaft, während Motivation und Identifikation mit dem Arbeitgeber sinken. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel, weil die Unternehmen von Bewerbern als weniger attraktiv wahrgenommen werden.

Gesunde Hochleistungsunternehmen als Gegenmodell

Die Studie zeigt aber auch, dass es anders geht. Unternehmen, die Herausforderungen als Chance verstehen und gezielt in Führung, Unternehmenskultur und Sinnstiftung investieren, schneiden deutlich besser ab. Sie verfügen über engagiertere Mitarbeiter, geringere Ausfallzeiten und werden von ihren Beschäftigten häufiger als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen.

Entscheidend seien dabei nicht allein technologische Investitionen. Vielmehr komme es darauf an, wie Unternehmen Veränderungen organisieren und ihre Mitarbeiter in den Wandel einbeziehen. Eine moderne Führungskultur, Wertschätzung und eine klare Orientierung gelten laut den Forschern als zentrale Erfolgsfaktoren.

KI verstärkt bestehende Herausforderungen

Die aktuelle Entwicklung rund um künstliche Intelligenz erhöht den Veränderungsdruck zusätzlich. Unternehmen müssen neue Technologien integrieren, Prozesse anpassen und gleichzeitig ihre Mitarbeiter mitnehmen. Wer diesen Wandel ausschliesslich mit mehr Druck und höheren Leistungsanforderungen beantworte, laufe Gefahr, in eine «Beschleunigungsfalle» zu geraten.

Die HSG-Forscher sehen deshalb Handlungsbedarf. Arbeitgeber müssten stärker darauf achten, Leistungsfähigkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter langfristig in Einklang zu bringen. Nur so lasse sich die Attraktivität als Arbeitgeber in einer zunehmend von KI geprägten Arbeitswelt sichern.

Text: pd/red

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