Glasfaser-Ausbau: Schweiz holt im Europa-Vergleich auf

Glasfaser-Ausbau: Schweiz holt im Europa-Vergleich auf

Die Schweiz macht beim Glasfaserausbau Fortschritte und nähert sich dem europäischen Durchschnitt an. Das zeigen aktuelle Zahlen des FTTH Council Europe für 2025. Dennoch bleibt insbesondere in ländlichen Regionen Handlungsbedarf.

Gemessen an 4,1 Millionen Haushalten liegt die FTTH-Abdeckung in der Schweiz bei 72 Prozent. Damit bleibt sie zwar unter dem europäischen Durchschnitt von 79 Prozent, hat aber deutlich aufgeholt. Bezieht man zusätzlich Wohnungen und Geschäfte ein, ergibt sich bei insgesamt 5,5 Millionen Anschlüssen eine Abdeckung von 54 Prozent.

Auch bei der Nutzung zeigt sich ein stabiles Bild. Die sogenannte Take-up Rate liegt bei 51 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Dieser Rückgang erklärt sich laut Branche durch zahlreiche neue Anschlüsse, die noch nicht vollständig genutzt werden.

Im europäischen Vergleich bleibt die Schweiz in mehreren Kennzahlen knapp zurück. Die Penetrationsrate liegt bei 37 Prozent, während der Durchschnitt der EU39-Staaten 43 Prozent erreicht. Länder wie Grossbritannien mit 80 Prozent Abdeckung oder auch Deutschland mit 56 Prozent konnten zuletzt ebenfalls zulegen.

Die Swiss Fibre Net AG bewertet die Entwicklung grundsätzlich positiv. CEO Andreas Waber spricht von einer «guten Botschaft», insbesondere im Vergleich mit den europäischen Nachbarn. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass bei einer Abdeckung von 54 Prozent weiterhin grosse Teile des Landes, vor allem ländliche Regionen, ungenügend erschlossen sind.

Entsprechend sieht die Branche weiteren Handlungsbedarf. Die geplanten Fördermassnahmen des Bundes im Rahmen eines Breitbandförderungsgesetzes, die erst ab 2028 greifen sollen, kommen aus Sicht der SFN AG spät. Für eine erfolgreiche digitale Transformation brauche es kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die digitale Kluft zwischen Stadt und Land zu verkleinern.

Neben der Leistungsfähigkeit rückt auch die Nachhaltigkeit in den Fokus. FTTH-Netze gelten als energieeffizienter als Kupfer- oder Kabelnetze und leisten damit einen Beitrag zur Verbesserung der ESG-Bilanz. Die Branche fordert deshalb, den Ausbau weiter voranzutreiben und gleichzeitig veraltete Netzinfrastrukturen schrittweise stillzulegen.

Text: pd/red

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