Preisüberwacher greift bei Online-Plattformen ein

Nach jahrelangen Beanstandungen von Inserenten erzielt der Preisüberwacher erstmals einvernehmliche Lösungen mit grossen digitalen Inserat-Plattformen. Betroffen sind Immobilienportale sowie die Auktionsplattform Ricardo. Ziel der Vereinbarungen ist mehr Preistransparenz und eine bessere Kostenkontrolle für die Kundschaft.
Der Preisüberwacher reagiert damit auf wiederholte Kritik an komplexen und schwer nachvollziehbaren Preismodellen im Online-Inseratemarkt. Die neuen Regelungen sollen strukturelle Verbesserungen bringen und in vielen Fällen zu tieferen Kosten führen.
Mehr Transparenz bei Immobilien-Inseraten
Im Immobilienbereich stellte der Preisüberwacher eine hohe Angebotskomplexität und teilweise mangelnde Preistransparenz fest. In intensiven Verhandlungen konnte er mit mehreren Plattformen ein neues, klar strukturiertes Vermarktungsmodell vereinbaren. Dazu zählen Homegate.ch, ImmoScout24.ch, Acheter-Louer.ch, ImmoStreet.ch, alle-immobilien.ch und home.ch.
Kern der Einigung ist das neue «Flex Offer». Es besteht aus einer monatlichen Grundgebühr von CHF 44.– sowie einer Insertionsgebühr von CHF 505.– für Kaufobjekte beziehungsweise CHF 370.– für Mietobjekte, jeweils exklusive Mehrwertsteuer. Dafür erhalten Inserenten die Leistungen des bisherigen Pakets «Experienced» ohne zeitliche Beschränkung der Inseratsdauer. Das neue Modell soll die Kostenkontrolle vereinfachen und eröffnet laut Preisüberwacher in vielen Fällen ein deutliches Einsparpotenzial.
Rabatte bei Ricardo-Erfolgsgebühren
Auch bei der Auktionsplattform Ricardo konnte der Preisüberwacher Zugeständnisse erreichen. Im Zentrum der Gespräche standen die Erfolgsgebühren für erfolgreiche Verkäufe. Künftig gelten für verschiedene Verkaufsformate Rabatte von 10 Prozent, unter anderem für alle Auktionen mit einem Startpreis von CHF 1.
Zusätzlich profitieren bestimmte Grosskunden mit einem Jahresumsatz von mindestens CHF 100’000 von einem 10-Prozent-Rabatt. Der Preisüberwacher erwartet dadurch spürbare Einsparungen für die Verkäuferschaft.
Umsetzung bis April 2026
Die neuen Angebote sollen spätestens per 1. April 2026 umgesetzt werden. Für den Preisüberwacher stellen die Vereinbarungen einen Präzedenzfall dar. Erstmals konnten mit marktstarken Internetplattformen einvernehmliche Lösungen erzielt werden, was auch für andere digitale Märkte Signalwirkung haben dürfte.
Text: pd/red