Liechtenstein verstärkt Schutz nach Cyberangriff

Liechtenstein verstärkt Schutz nach Cyberangriff

Nach dem Cyberangriff auf das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen (VwbP) Ende Juli sind die Sicherheitsanalysen abgeschlossen. Dabei wurde eine fehlerhafte Berechtigungsprüfung als Ursache für den unberechtigten Zugriff identifiziert. Vor der Wiederinbetriebnahme sollen zusätzliche Schutzmassnahmen umgesetzt werden.

Wie die Liechtensteiner Regierung mitteilt, lag keine klassische Software-Schwachstelle vor. Vielmehr habe eine fehlerhafte Logik bei der Überprüfung von Berechtigungen den Zugriff ermöglicht. Dadurch konnte die Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) mittels wiederholter Einzelanfragen auf eine nicht vorgesehene Weise ausgenutzt werden.

Weitere Einzelheiten zu den Ergebnissen der Untersuchung gibt das Amt für Informatik mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen derzeit nicht bekannt.

eID soll Identitätsprüfung verstärken

Als Konsequenz aus dem Angriff werden die Sicherheitsvorkehrungen im Registrierungsbereich des VwbP angepasst. Künftig soll die eID der Registrierung vorgeschaltet werden und damit die Verifizierung von Benutzerkonten sowie die Identitätsprüfung verstärken. Zusätzlich sollen die Überwachungs- und Erkennungsmechanismen ausgebaut werden, um unberechtigte Zugriffe früher festzustellen.

Vor der Wiederinbetriebnahme will das Amt für Informatik die Systeme nochmals mehrstufigen Sicherheitsprüfungen unterziehen. «Die dafür noch notwendigen Sicherheitstests sind sehr umfassend und benötigen entsprechend Zeit», sagt Amtsleiter Fabian Schmid. Nach aktuellem Stand sollen die geprüften Systeme in den kommenden Wochen schrittweise wieder aufgeschaltet werden.

Ermittlungen zur Täterschaft laufen weiter

Noch offen ist, wer hinter dem Cyberangriff steckt. Beim Fürstlichen Landgericht laufen Vorerhebungen zur Ermittlung der unbekannten Täterschaft. Dazu wurden Rechtshilfeersuchen an verschiedene Jurisdiktionen gestellt. Die Antworten stehen laut Regierung noch aus.

Die weitere Aufarbeitung soll in Abstimmung mit den Ermittlungsbehörden erfolgen. Die Regierung kündigt an, über neue Erkenntnisse zum Cyberangriff zu informieren.

Text: pd/red

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