IFJ-Forum an der Rhema: Start-ups im Aufwind

IFJ-Forum an der Rhema: Start-ups im Aufwind
Niklas Hasler, Gründer «SecureOne»

An der Rhema 2026 wurde die Ostschweizer Start-up-Szene einmal mehr sichtbar: Das IFJ-Forum zeigte, wie aus Ideen Unternehmen werden und welche Rolle Fokus und Kundennähe dabei spielen.

Ein jährlich wiederkehrendes Event auf dem Rhema-Kalender ist das Start-up-Forum des Instituts für Jungunternehmen IFJ mit Sitz in St.Gallen. Auch 2026 wurde die Rhema wieder zum Impulsgeber und Hotspot für die regionale Start-up-Szene. Phil Dankner, der neben seiner Funktion als Eventmanager beim IFJ auch begeisterter Sänger ist, führte durch den Anlass.

Der erste Redner war Silvan Fuchs, Projektleiter Standortförderung Kanton St.Gallen. «Warum sollte man in St.Gallen gründen? Nicht nur sind wir nahe an München und Zürich. Wir sind im Herzen von Europa.» Neben guten Fördermöglichkeiten für Start-ups biete der Kanton auch beste Lebensqualität zu einem fairen Preis.

Wer hier ein Unternehmen gründen will, profitiert also nicht nur von einem guten Standort und guten finanziellen Möglichkeiten, sondern auch von einem attraktiven Arbeitsplatz. Unter anderem «Startfeld» hat hier seinen Sitz.

Diego Probst, Leiter von Startfeld, erzählte dazu den einen oder anderen Fakt, wie Unternehmen dank der Hilfe von Startfeld durchstarten konnten. Zu den Erfolgsgeschichten gehören beispielsweise «Storabble» und «Health Yourself» aus St.Gallen.

Die findigen Unternehmer des Unternehmens «KI-Studio» mit Sitz in Rebstein zeigten im Anschluss auf, wie man als Unternehmen wachsen sowie Kundenbindungen aufbauen und bewahren kann. Ganz im Sinne von «Nähe schafft Vertrauen.» Wer langfristig eine Kundenbindung aufbauen wolle, müsse dem Kunden das Gefühl geben, dass er mehr sei als nur ein Kunde.

Dies gelinge beispielsweise, indem man als Kundenbetreuer aktiv auf seine Kunden zugehe und sich auch einfach einmal generell nach dem Befinden erkundige, ohne eine grössere Absicht dahinter zu haben. Dieser persönliche Kontakt schaffe Vertrauen und lasse den Kunden spüren, dass er wichtig sei. Der wohl wichtigste Satz: «Menschen vertrauen dem, was sie verstehen.»

Daher müsse man zielgruppengerecht arbeiten. Weiter lohne es sich auch, mindestens einmal in der Woche auf den sozialen Medien des Kunden zu erscheinen, beispielsweise mit einem Post auf Linkedin oder einem Bild auf Instagram.

Hollywood-Grössen eingekleidet

Jemand, dem man diese Strategie definitiv nicht mehr beibringen muss, ist Yvonne Reichmuth mit ihrem Unternehmen «YVY» aus Zürich, das sich auf Ledermode spezialisiert hat und bereits zahlreiche Stars und Sternchen wie beispielsweise Janet Jackson, Madonna, Lady Gaga und Kylie Jenner einkleiden durfte. Sie gab einen Überblick darüber, wie man von einem Kelleratelier bis in die High Society von New York kommen kann.

Wichtig sei es, seine eigene Nische zu finden und sich dann mit Herzblut daranzusetzen. In ihrem Fall war es Ledermode. Mit der Zeit entwickelte sich YVY zu einem internationalen Brand, der Hollywood-Grössen und Künstler auf der ganzen Welt einkleiden durfte sowie auch eine Zusammenarbeit mit Longines eingehen konnte.

Ein praxisnaher Tipp, den junge Unternehmer mitnehmen können: Man muss sich immer wieder aufs Neue fokussieren. Denn auch wenn gestern Madonna mit YVY-Mode über den roten Teppich gelaufen sei, krähe schon bald kein Hahn mehr danach, und man müsse wieder von vorn beginnen.

Das Herz des Start-up-Forums waren jedoch zwei neue Start-ups, die sich vorstellen durften. Sie hatten etwas gemeinsam: den Fokus auf Sicherheit und die Sicherstellung von Hilfe in Notfällen. «SensXplore» ist ein entstehendes Start-up, das derzeit tief in der Gründungsphase steckt. Entstanden ist es aus einem Projekt der Ostschweizer Fachhochschule mit Sitz in St.Gallen.

Robin Vetsch, einer der Projektleiter, gab einen Überblick: «Wir haben in unserem OST-Projekt eine Drohne entwickelt, die die Suche nach in Lawinen verschütteten Menschen vereinfachen und damit Leben retten soll.» Hintergrund für diese Bestrebungen ist die Lawinenkatastrophe im Diemtigtal im Jahr 2010 mit sieben Todesopfern, darunter ein Notarzt.

«Die aktuelle Situation sieht so aus, dass in Spitzenzeiten alle Rettungskräfte und Helikopter ausgelastet sind.» Jede weitere Lawine wäre fatal, weil keine Rettungskräfte mehr verfügbar wären. Genau hier setze SensXplore an: ein unbemannter Helikopter, der mittels neuester Technik bei der Suche nach vermissten Personen helfen kann.

«Heutzutage haben die allermeisten Personen einen Tracker in der Skijacke, der bei der Suche helfen kann.» Der Helikopter beziehungsweise die Drohne fliegt einen abgesteckten Bereich ab und kann unter anderem mittels GPS die Position verschütteter Personen auf wenige Zentimeter genau herausfinden. Noch ist das Start-up nicht offiziell gegründet, allerdings auf bestem Weg dazu.

Hilfe in Notfällen

Auch «SecureOne» setzt Sicherheit in den Fokus. Anders als beim Aufspüren von Lawinenverschütteten liegt das Kernanliegen hier bei der Sicherheit im öffentlichen Raum. Niklas Hasler, einer der Gründer, erklärte: «Laura ist 18 Jahre alt und besucht gerne Festivals. Ab und an trinkt sie zu viel und verliert eventuell etwas die Kontrolle. Im Getümmel gehen ihr plötzlich alle Freunde verloren, und sie kann sie nicht erreichen.» Auch das Sicherheitspersonal ist anderweitig ausgelastet. Laura ist allein.

«Mit unserer App kann sie jederzeit einen Notruf auslösen, der Vertrauenspersonen in der Nähe informiert, dass etwas nicht stimmt.» Der Alarm setze sich über alle Einstellungen hinweg und umgehe damit beispielsweise auch den Stumm-Modus. «Die Freunde und beispielsweise auch das Sicherheitspersonal sehen den Standort von Laura, können sie ausfindig machen und ihr dann helfen.»

Der Sinn und Zweck von SecureOne ist also, Sicherheit zu gewährleisten, gerade dann, wenn man allein und hilflos ist. All das mit nur einem Klick. Noch ist die App nicht offiziell am Start, allerdings wird sie an verschiedenen grösseren Events getestet, und die Erkenntnisse daraus werden für die weitere Entwicklung verwendet.

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