IBH-Labs mit Lösungen für die Region

IBH-Labs mit Lösungen für die Region

16 Hochschulen, 164 Forschende, 114 Praxispartner: Die erste Auflage der IBH-Labs führte Wissenschaft, Unternehmen und Gesellschaft rund um den Bodensee zusammen.

Zu den Themen KMUdigital, Active and Assisted Living sowie Seamless Learning erarbeiteten sie konkrete Lösungen für die Region, etwa Assistenzsysteme für ältere Menschen, ein Schreibprogramm für wissenschaftliche Arbeiten oder einen Digitalisierungs-Leitfaden für KMU. Gernot Brauchle, Vorsitzender der Internationalen Bodensee-Hochschule, zieht zufrieden Bilanz: «Die Labs haben gehalten, was wir uns von ihnen versprochen hatten.» Für die Neuauflage ab 2022 läuft derzeit das Auswahlverfahren.

2015 hatte die Internationale Bodensee-Hochschule gemeinsam mit dem EU-Interreg-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein und der Internationalen Bodensee-Konferenz erstmals drei IBH-Labs gestartet – ein aussergewöhnliches neues Format in der Zusammenarbeit der Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee. Das Ziel: In einer engen Zusammenarbeit von Hochschulen, Unternehmen und Organisationen der Zivilgesellschaft konkrete Lösungen für die Region zu erarbeiten.

16 Hochschulen mit 164 Forschenden sowie Vertreter von 114 Praxispartnern beteiligten sich seither an den drei Labs zu den Themen KMUdigital, Active and Assisted Living sowie Seamless Learning. Insgesamt 484 Publikationen und Vorträge trugen die Ergebnisse nach aussen. An Workshops und Veranstaltungen zu den Ergebnissen nahmen fast 3500 Personen teil.

Konkrete Ergebnisse für die Region

Allein am IBH-Lab KMUdigital beteiligten sich 40 kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region. Sie entwickelten gemeinsam mit neun Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Werkzeuge für ihre digitale Transformation in den Bereichen Produktion und Services, für die Nutzung von Big Data aber auch für die Landwirtschaft.

Das IBH-Lab Active and Assisted Living untersuchte die technischen Möglichkeiten, um Menschen mit Behinderung, Krankheit oder im hohen Alter möglichst lange ein eigenständiges Wohnen zu ermöglichen. Sprachassistenten, Bewegungsmelder, Steuerung von Haushaltsgeräten oder Sensoren am Körper können ihren Alltag wesentlich erleichtern. Für das Projekt wurden 257 Haushalte mit Assistenzsystemen ausgestattet und auf ihre Praxistauglichkeit untersucht.

Mit den Übergängen im Bildungsbereich – etwa zwischen Schule und Studium, Hochschule und Job oder zwischen Weiterbildung und Arbeitsalltag – beschäftigte sich das IBH-Lab Seamless Learning. Für Lehrpersonen, aber auch für Personalentwicklerinnen und -entwickler entstand eine Online-Plattform, in der sie gezielt nach Konzepten und unterstützenden Materialien für die Konzeption von Bildungs- und Weiterbildungsprogrammen suchen können.

Leuchtturmprojekt für die Bodenseeregion

Die Verantwortlichen sind mit dem Ergebnis der IBH-Labs hoch zufrieden: «Die drei IBH-Labs haben in den vergangenen vier Jahren einen massgeblichen Beitrag geleistet, um den Herausforderungen in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zu begegnen», formuliert der St.Galler Regierungsrat Fredy Fässler, derzeit Vorsitzender der Internationalen Bodensee-Konferenz.

Als «Leuchtturmprojekt für die Bodenseeregion» lobt Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Labs. «Ich begrüsse es sehr, dass das Modell weitergeführt wird.» Für die stellvertretende Regierungschefin Vorarlbergs, Barbara Schöbi-Fink, ist «das Konzept der IBH-Labs voll aufgegangen. Die Ergebnisse leisten einen massgeblichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Region Bodensee.»

Neuauflage im kommenden Jahr

Eine Fortsetzung der Labs soll es ab 2022 geben. Derzeit läuft das Auswahlverfahren in vier Bereichen: Zukunft der Arbeit, Mobilität der Zukunft, Digital Health Management und nachhaltige Bodenseeregion. Das Budget von voraussichtlich rund 10 Millionen Euro stellen das Interreg-Programm VI Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, die beteiligten Hochschulen und Praxispartner zur Verfügung.

Ziel ist es wiederum, in enger Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis konkrete Lösungen für die Region zu erarbeiten. «Dieser Fokus auf die regionale Wirkung war und ist ein Markenzeichen der Internationalen Bodensee-Hochschule und speziell der IBH-Labs», betont Vorsitzender Gernot Brauchle. «Die bisherigen Labs haben gehalten, was wir uns von ihnen versprochen hatten. Ich bin sicher, dass auch die Impulse aus den künftigen Labs unsere Region voranbringen werden.»

Auf dem Foto: Im IBH-Lab KMUdigital der Internationalen Bodensee-Hochschule erprobten die Projektbeteiligten unter anderem automatisierte Produktionsmethoden, Bild: Hannes Thalmann

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