«Herdy» verbindet Stall und Tierverkehrsdatenbank

Die Altstätter Inoo GmbH hat mit Herdy eine digitale Herdenverwaltung für Schweizer Landwirtschaftsbetriebe entwickelt. Die Anwendung bündelt TVD-Meldungen, Tierdaten, Behandlungen und Zuchtinformationen und soll doppelte Datenerfassungen vermeiden.
Eine Geburt direkt im Stall auf dem Smartphone erfassen und damit gleichzeitig die Tierdaten aktualisieren und die Meldung an die Tierverkehrsdatenbank auslösen: Genau hier setzt die von Pascal Eugster entwickelte Anwendung Herdy an. Die Software der Inoo GmbH aus Altstätten ist seit April 2026 verfügbar.
Herdy läuft im Browser auf Smartphone, Tablet und Desktop und ist auf die mobile Nutzung im Stall oder auf der Weide ausgelegt. Nach Angaben von Eugster sind seit dem Start bereits rund 4500 Tiere in der Anwendung erfasst worden.
Die Software unterstützt Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine. Für Schafe, Ziegen und Rinder können Geburten, Zugänge, Abgänge und Verendungen direkt an die Tierverkehrsdatenbank TVD übermittelt werden. Herdy ist dafür als Schnittstellenpartner angebunden. Nach einer Meldung wird die Bestätigungsnummer der TVD wieder in das Tierdossier übernommen. Bei Schweinen ist die TVD-Zugangsmeldung als Gruppenmeldung noch in Vorbereitung.
Mehr als digitale Tierlisten
Neben den TVD-Meldungen führt Herdy verschiedene Daten zusammen, die auf Landwirtschaftsbetrieben bisher teilweise in unterschiedlichen Systemen oder auf Papier verwaltet werden. Dazu zählen das Behandlungsjournal, Absetzfristen für Fleisch und Milch, Medikamentenbestände, das Auslaufjournal sowie Angaben zu Zucht, Abstammung und Gewichtsentwicklung.
Elektronische Ohrmarken können bei Schafen und Ziegen mit der Smartphone-Kamera oder mit Bluetooth-Lesegeräten eingelesen werden. Bestehende Tierlisten lassen sich per CSV importieren, Daten wiederum als CSV oder PDF exportieren. Die Anwendung ist laut Anbieter auch für Verbindungen mit schwachem Mobilfunkempfang optimiert.
«Eine TVD-Meldung sollte keine halbe Stunde dauern», sagt Eugster. Sein Ansatz besteht darin, Informationen dort digital zu erfassen, wo sie entstehen: beim Tier. Dadurch sollen spätere Übertragungen auf Papier oder am Computer wegfallen.

Daten bleiben in der Schweiz
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Datenhaltung. Nach Angaben von Herdy werden die Daten auf Schweizer Servern beziehungsweise in Zürich gespeichert. An Dritte sollen keine Betriebsdaten weitergegeben werden. Aus der Anwendung heraus werden jene Informationen an die TVD übermittelt, deren Meldung der Nutzer selbst auslöst. Vollständige Exporte sind möglich.
2027 will Eugster Herdy einem breiteren Fachpublikum präsentieren: Für das Start-up-Programm der Tier&Technik hat er einen Standplatz erhalten.
Text: pd/red