Studyond baut Schweizer Markt aus und plant DACH-Expansion

Das St.Galler KI-Start-up Studyond baut nach einer Finanzierungsrunde über zwei Millionen Franken seine Präsenz in der Schweiz weiter aus. Gleichzeitig richtet das Unternehmen den Blick über die Landesgrenzen hinaus: Für 2027 ist der Markteintritt im DACH-Raum geplant.

Bei der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen ist die Suche nach passenden Partnern oft eine Herausforderung. Unternehmen finden nicht immer Personen mit den richtigen Kompetenzen für eine konkrete Fragestellung, während Hochschulen der Überblick fehlt, welche Firmen für ein bestimmtes Projekt infrage kommen.

Das 2023 gegründete St.Galler Start-up Studyond will diese Suche mithilfe von Künstlicher Intelligenz vereinfachen. Die Plattform vernetzt Studenten, Hochschulen und Unternehmen für Praxisprojekte, Interviewpartner und Abschlussarbeiten sowie für Praktika und Einstiegsstellen. Unternehmen erhalten damit einen zentralen Zugang zur Schweizer Hochschullandschaft, statt Kooperationen mit einzelnen Hochschulen separat aufbauen zu müssen. Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Netzwerk mehr als 20 Universitäten und Fachhochschulen sowie über 1680 Studiengänge.

Von der Idee bis zum Projektabschluss

Studyond unterstützt nicht nur bei der Suche nach passenden Partnern, sondern begleitet auch die weitere Abwicklung. Das reicht von der chatbasierten Eingabe und Konkretisierung einer Fragestellung über die Projektarbeit samt Datenaustausch bis zur abschliessenden Bewertung mit dokumentiertem Feedback.

Unternehmen können zudem studiengangsspezifische Veranstaltungen wie Firmenanlässe, Case Challenges oder Hackathons ausschreiben. Das Angebot basiert auf einem Freemium-Modell: Hochschulen und Unternehmen können sich kostenlos registrieren und Themen einbringen, zusätzliche Funktionen für Unternehmen sind kostenpflichtig.

Die Plattform entstand aus einem Innosuisse-Forschungsprojekt, das von der ETH Zürich, der Universität St.Gallen und der OST – Ostschweizer Fachhochschule initiiert und 2026 abgeschlossen wurde. Als Umsetzungspartner waren der Schweizerische Arbeitgeberverband und Studyond beteiligt. Ziel war eine KI-gestützte Infrastruktur, die Hochschulen und Unternehmen für gemeinsame Thesis- und Innovationsprojekte zusammenbringt. «Dieses Etappenziel wurde übertroffen. Studyond bietet deutlich mehr Funktionalitäten für Hochschulen und Unternehmen, als im ursprünglichen Forschungsprojekt definiert waren», sagt Studyond-CEO Philipp Wetzel.

Zwei Millionen Franken für weiteres Wachstum

Im Frühjahr schloss Studyond eine Finanzierungsrunde über zwei Millionen Franken ab. Zu den Investoren gehören vor allem Unternehmerpersönlichkeiten aus dem Umfeld der ETH Zürich und der Universität St.Gallen. Nach Angaben des Start-ups ist Studyond das bislang einzige Start-up, in das HSG Alumni investiert hat.

Das Kapital soll in den Ausbau der Plattform, zusätzliche Funktionen sowie die technologische und operative Weiterentwicklung fliessen. Damit schafft das Unternehmen zugleich die Voraussetzungen für die geplante internationale Expansion.

Studyond hat in den vergangenen Jahren auch mehrere Auszeichnungen erhalten. Beim LEADER Digital Award 2025 setzte sich das St.Galler Start-up in der Kategorie «Start-ups» durch. Prämiert wurde die KI-gestützte Plattform für die Vernetzung von Unternehmen, Studenten und Hochschulen. 2026 wurde Studyond zudem am GenAI Summit Zürich in der Kategorie «Impact Achievers» ausgezeichnet.

DACH-Markteintritt für 2027 geplant

Studyond ist inzwischen offizielles HSG-Spin-off und ETH-Start-up. 2026 wurde das Unternehmen zudem in das MITdesignX Startup Accelerator Program des Massachusetts Institute of Technology aufgenommen.

Für dieses Jahr liegt der Schwerpunkt weiterhin auf dem Ausbau des Schweizer Marktes. 2027 soll der Eintritt in den DACH-Raum folgen. Dort hat Studyond nach eigenen Angaben bereits erste Nutzer sowie Hochschulpartner gewonnen. Anschliessend soll die internationale Expansion schrittweise weitergehen.

«Durch die Aufnahme ins MITdesignX Accelerator Program ergeben sich zudem erste spannende Möglichkeiten in den USA, insbesondere mit Blick auf das dort sehr starke Hochschul- und Innovationsökosystem», sagt Wetzel.

Text: pd/red