Stadt St.Gallen übernimmt Datenschutz für andere Gemeinden
Die Stadt St.Gallen baut ihre Fachstelle für Datenschutz aus und organisiert sie neu als eigenständige Verwaltungsstelle. Künftig übernimmt sie auch Datenschutzaufgaben für weitere Gemeinden und öffentlich-rechtliche Körperschaften im Kanton. Neue Leiterin der Fachstelle wird die Juristin Miriam Roth.
Die Anforderungen an den Datenschutz in Gemeinden haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gründe dafür sind unter anderem die fortschreitende Digitalisierung der Verwaltung sowie der verstärkte Einsatz von Cloud-Diensten und KI-Anwendungen. Vor diesem Hintergrund hat der St.Galler Stadtrat beschlossen, die bisher der städtischen Finanzkontrolle angegliederte Fachstelle für Datenschutz organisatorisch zu stärken.
Neu wird die Fachstelle als unabhängige Verwaltungsstelle geführt. Gleichzeitig öffnet die Stadt das Angebot für andere Gemeinden im Kanton. Die städtische Datenschutzstelle übernimmt künftig auch Aufgaben für weitere politische Gemeinden sowie öffentlich-rechtliche Körperschaften.
Bereits fest steht eine erste Gruppe von Partnerorganisationen: Per 1. Mai 2025 übertragen acht politische Gemeinden sowie sieben Spezialgemeinden beziehungsweise öffentlich-rechtliche Körperschaften ihre Datenschutzaufgaben an die neue Fachstelle der Stadt St.Gallen. Weitere Gemeinden sollen in den Jahren 2027 und 2028 dazukommen.
Die Leitung der neuen Fachstelle übernimmt Miriam Roth. Der Stadtrat hat die Juristin mit Zustimmung der Geschäftsprüfungskommission zur Leiterin ernannt. Sie tritt ihre Funktion am 1. Mai 2026 an.
Roth beschäftigt sich seit vielen Jahren beruflich mit Datenschutz. In verschiedenen Unternehmen, von KMU bis zu Konzernen, war sie in der Schweiz und in Liechtenstein für den Aufbau und die Umsetzung von Datenschutzstrukturen verantwortlich. Zudem war sie als externe Datenschutzberaterin tätig und hat in unterschiedlichen Branchen die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben überprüft.
Mit der neuen Organisation will die Stadt St.Gallen eine zentrale Anlaufstelle für Datenschutzfragen schaffen. Laut Stadtrat sollen sowohl die städtische Verwaltung als auch die angeschlossenen Gemeinden und Körperschaften von einer gebündelten Fachkompetenz profitieren.
Text: pd/red