Stadler und Critical Software gründen Stadler Digital Labs

Das Ostschweizer Bahnunternehmen Stadler und das internationale Technologieunternehmen Critical Software haben das Joint Venture Stadler Digital Labs STADL gegründet. Das neue Unternehmen ist auf Software für den Bahnbetrieb spezialisiert und soll die Digitalisierung im internationalen Bahnmarkt stärken. Stadler hält eine Mehrheitsbeteiligung.

Stadler Digital Labs ist mit 100 Mitarbeitern gestartet. Das Joint Venture bündelt die Führungsrolle und das Branchenwissen von Stadler mit den Kernkompetenzen von Critical Software in Softwareentwicklung, sicherheitsrelevanten Systemen, Cybersicherheit und angewandter digitaler Innovation. In den kommenden drei Jahren soll die Belegschaft auf 300 Mitarbeiter wachsen.

Zwei Standorte in Portugal

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Coimbra in Zentralportugal. Zusätzlich betreibt STADL eine Niederlassung in den Räumen von Critical Software in der Hauptstadt Lissabon. Damit ist das Joint Venture operativ in Portugal verankert.

«Stadler Digital Labs vereint die Strategie von zwei Unternehmen, die die Bahnbranche in Bezug auf Innovation, Sicherheit und Modernisierung voranbringen wollen. Dieser Fortschritt ist nicht nur ein wichtiger Wachstumsmotor für die portugiesische Wirtschaft, sondern er ist auch grundlegend für eine interoperable Mobilität in ganz Europa. Dafür kommen im Joint Venture das Bahn-Know-how und das Wissen rund um Technik und Software von Critical Software und Stadler zusammen», sagt Rogério Gomes, CEO von Stadler Digital Labs.

Fokus auf Software und skalierbare Kapazitäten

STADL konzentriert sich auf die Bereitstellung skalierbarer Ingenieurskapazitäten sowie auf die Entwicklung von End-to-End-Lösungen in den Bereichen Eisenbahnsoftware, Cybersicherheit und digitale Produkte. Ziel ist es, Entwicklungsressourcen flexibel einsetzbar zu machen und gleichzeitig integrierte Lösungen für den Bahnbetrieb bereitzustellen.

Das Modell sieht vor, Komponenten wiederzuverwenden, Prozesse zu standardisieren und Wissen systematisch auszutauschen. Dabei kombiniert das Joint Venture das Bahn-Know-how von Stadler mit den technologischen Kompetenzen von Critical Software. Die eingesetzten Methoden haben sich laut Unternehmen bereits in anderen sicherheitskritischen Branchen bewährt.

«STADL arbeitet mit einem skalierbaren Ingenieurpool. Das Unternehmen kann Spitzenlasten auffangen und liefert Lösungen, die in die führende Zugsoftware, Sicherheitsfunktionen und digitale Produkte von Stadler einfliessen. STADL sichert den effektiven Wissensaustausch ab, ermöglicht standardisierte Prozesse und entwickelte Lösungen lassen sich plattformübergreifend wiederverwenden», sagt Gonçalo Quadros, Vorsitzender von Critical Software.

Digitale Lösungen entlang des gesamten Lebenszyklus

Das Joint Venture deckt den gesamten Lebenszyklus digitaler Lösungen ab, von der Planung über die Produktion bis zum Betrieb. Es liefert modulare und harmonisierte digitale Lösungen für die Geschäftsbereiche von Stadler. Critical Software bringt dafür Erfahrung mit zertifizierbaren Systemen, unabhängiger Verifizierung und sicheren Architekturen ein.

Eine zentrale Unit unterstützt bei der Implementierung sämtliche Stadler-Abteilungen. Gefördert werden domänenübergreifende Zusammenarbeit, der Austausch von Ingenieuren sowie der Ausbau von Kompetenzen in modellbasierter Entwicklung, datengestützter Entscheidungsfindung, Automatisierung, cloudfähigen Plattformen und Secure-by-Design-Architekturen.

Zu den Zielen von STADL gehören die kontinuierliche Weiterentwicklung digitaler Lösungen im Bahnbetrieb, die Stärkung der Sicherheit sowie die Einhaltung europäischer und internationaler Vorschriften. Zudem soll die Abhängigkeit von externen Beratungsleistungen reduziert werden.

Critical Software ist seit 1998 im Bereich sicherheitsrelevanter Software tätig. Das Unternehmen entwickelt eingebettete Software, unterstützt bei der Zertifizierung und übernimmt Verifizierung sowie Validierung sicherheitsrelevanter Systeme unter anderem für Bahn, Verteidigung, Raumfahrt und Medizintechnik.

Text: pd/red