Schweizer kaufen immer spontaner mit dem Smartphone ein
Der klassische Einkaufsprozess verändert sich weiter. Schweizer Konsumenten kaufen zunehmend spontan ein, wechseln flexibel zwischen digitalen und physischen Kanälen und nutzen dabei immer häufiger das Smartphone. Das zeigt die neue Studie «Omni-Channel Management 2026» des Instituts für Handelsmanagement der Universität St.Gallen.
Für die Untersuchung befragten die Forscher Prof. Dr. Thomas Rudolph und Dr. Christopher Schraml knapp 3000 Personen im DACH-Raum. Im Zentrum stand die Frage, wie sich das kanalübergreifende Einkaufsverhalten verändert.
Die Ergebnisse zeigen: Der Online-Shop des Händlers bleibt zwar der wichtigste Kontaktpunkt beim Einkauf, inzwischen jedoch praktisch gleichauf mit dem stationären Geschäft. Dahinter folgen Suchmaschinen sowie die Online-Angebote und Filialen von Wettbewerbern. Künstliche Intelligenz spielt dagegen bislang nur eine kleine Rolle. Anwendungen wie ChatGPT werden laut Studie erst bei rund fünf Prozent aller Omnichannel-Einkäufe genutzt.
Besonders auffällig ist die starke Online-Affinität der Schweizer Konsumenten. Der reine Online-Einkauf macht inzwischen 39 Prozent aller untersuchten Einkäufe aus und konnte weiter zulegen. Gleichzeitig bleibt auch der klassische stationäre Einkauf relevant und erreicht einen Anteil von 33 Prozent. Dagegen verlieren hybride Einkaufswege an Bedeutung. Immer weniger Konsumenten informieren sich beispielsweise zuerst im Laden und kaufen danach online ein.
Deutlich verändert hat sich zudem die Nutzung der Geräte beim Online-Shopping. Das Smartphone ist heute mit einem Anteil von 49 Prozent das wichtigste Einkaufsgerät der Schweiz. Laptops und Desktop-Computer kommen noch auf 45 Prozent, Tablets lediglich auf sechs Prozent. 2017 lag der Smartphone-Anteil laut Studie noch bei lediglich zwölf Prozent.
Auch bei den bekanntesten Omni-Channel-Händlern zeigt sich Kontinuität. Die Migros bleibt laut Studie der bekannteste Anbieter in der Schweiz. Dahinter folgen Coop, Digitec Galaxus, Interdiscount und H&M.
Text: pd/red