Robonnement erhält Grossauftrag vom Flughafen Zürich
Aus dem Pilotprojekt mit fünf Abfallrobotern wird ein regulärer Einsatz: Die Altstätter Robonnement AG hat nach einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für 18 autonome Serviceroboter am Flughafen Zürich erhalten. 15 davon werden als mobile Abfalleimer eingesetzt, drei im Restaurantbereich.
Ende 2025 testete der Flughafen Zürich erstmals fünf mobile Abfallroboter der Robonnement AG. Nun folgt der deutlich grössere Auftrag: Nach Abschluss der Testphase und einer öffentlichen Ausschreibung erhält das Rheintaler Robotikunternehmen den Zuschlag für insgesamt 18 autonome Serviceroboter.
15 der Roboter werden künftig als mobile Abfalleimer am Flughafen unterwegs sein. Sie sollen insbesondere dort zum Einsatz kommen, wo sich zeitweise viele Passagiere aufhalten. «Wer in der Warteschlange vor dem Boarding steht, kann nicht weg, um Müll zu entsorgen. Zudem entstehen in Spitzenzeiten oft lokale Hotzones, bei denen herkömmliche Abfalleimer schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stossen», erklärt Robonnement-Gründer Nimrod Malinas.
Die Roboter fahren deshalb in Stosszeiten gezielt zu den Passagieren. Auf ihnen läuft ein von Robonnement in Altstätten entwickeltes KI-Modell, das volle Behälter selbstständig erkennt. Zudem können die Systeme mit Passagieren kommunizieren und Unterstützung anbieten. Laut Malinas spart der Flughafen mit dem Einsatz monatlich Hunderte Arbeitsstunden beim Personal ein.
Weitere drei Serviceroboter werden im Restaurantbereich eingesetzt und dort Speisen servieren.
Sonderlösung aus Altstätten
Entscheidend für den Zuschlag sei insbesondere die Möglichkeit gewesen, eine auf die Anforderungen des Flughafens zugeschnittene Lösung zu entwickeln. «Die Anforderungen am Flughafen Zürich waren extrem komplex und passagierorientiert», sagt Malinas. Auf dem Markt habe es noch keine vergleichbare Anwendung mit einer eigenen KI-Lösung gegeben.
Robonnement entwickelt in Altstätten kundenspezifische Robotiklösungen und arbeitet nach eigenen Angaben unter anderem für CERN, die United Nations Headquarters, Schneider Electric und Porsche.
Für das 2020 gegründete Unternehmen ist der Flughafen-Auftrag entsprechend bedeutend. «Jedes Jahr sehen Millionen von Passagieren aus aller Welt bei ihrer Ankunft in der Schweiz unsere Roboter», sagt Malinas. Der Auftrag zeige zudem, «dass Spitzenrobotik auch abseits der bekannten Hubs, und in diesem Fall hier in Altstätten entsteht».
Die Roboter sollen dabei keine Mitarbeiter ersetzen. Sie übernehmen repetitive Aufgaben und sollen dadurch Personal für andere Tätigkeiten freispielen. Genau dieses Ziel stand bereits beim Pilotprojekt Ende 2025 im Zentrum.
Text: pd/red