OST entwickelt Webtool für personalisierte Strickwaren
Eine Landkarte als Schal oder eine Decke mit dem Verlauf des Rheins: Die OST hat für den Aargauer Textilunternehmer Urs Landis einen webbasierten Design-Konfigurator entwickelt, der die Herstellung individuell gestalteter Strickwaren automatisiert. Damit verbindet das Projekt digitale Technologien mit traditionellem Textilhandwerk.
Im Webshop von Urs Landis können Kunden den gewünschten Kartenausschnitt und den Zoomfaktor selbst auswählen. Nach der Bestellung wird automatisch eine Datei erzeugt, welche die Strickmaschinen direkt verarbeiten können. Laut der OST dauert die Produktion einer Decke rund zwei Stunden, ein Schal ist bereits nach etwa einer halben Stunde versandbereit.
Digitalisierung für Einzelanfertigungen
Entwickelt wurde die Lösung vom ESA Institut für Elektronik, Sensorik und Aktorik der OST. Die Herausforderung bestand darin, eine Produktion zu ermöglichen, bei der jedes Produkt ein Einzelstück ist. Während die Textilindustrie normalerweise auf grosse Stückzahlen und standardisierte Produkte ausgerichtet ist, entstehen bei Topodecki und Toposchal ausschliesslich Unikate.
Dafür entwarf das Forschungsteam eine Softwarearchitektur und programmierte ein Plugin für den Webshop. Der Design-Konfigurator greift auf das Kartenmaterial des Bundesamts für Landestopografie Swisstopo zurück, das laufend aktualisiert wird. Dadurch basieren die Strickmuster stets auf aktuellen Kartendaten.
Handwerk und Technologie zusammenbringen
Für René Pawlitzek, Professor für Informatik am ESA Institut für Elektronik, Sensorik und Aktorik, zeigt das Projekt exemplarisch, wie Digitalisierung und Automatisierung auch in einem jahrhundertealten Handwerk einen konkreten Nutzen schaffen können. Gleichzeitig werde damit die Wertschöpfung in der Schweiz gestärkt.
Text: pd/red