Liechtenstein setzt bei KI auf Kontrolle statt Eigendynamik
Die Regierung von Liechtenstein will Künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur gezielt fördern, dabei aber einen vorsichtigen und kontrollierten Kurs fahren. In einer verabschiedeten Interpellationsbeantwortung hält sie fest, dass der Einsatz von KI zwar grosses Potenzial für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft bietet, gleichzeitig aber klare Grenzen und hohe Anforderungen nötig seien.
Die Regierung verfolgt laut Mitteilung einen schrittweisen und risikobasierten Ansatz. KI-Anwendungen sollen in bestehende Digitalstrategien eingebettet werden und insbesondere dort eingesetzt werden, wo sie Prozesse unterstützt oder effizienter macht. Themen wie Datenschutz, Cybersicherheit und Nachvollziehbarkeit stehen dabei im Zentrum.
Eigene grosse Rechenzentren oder nationale Cloud-Infrastrukturen plant Liechtenstein derzeit nicht. Stattdessen setzt die Regierung auf Kooperationen, offene Standards sowie die Nutzung bestehender nationaler und internationaler Angebote.
Unterstützung für KMU und neue Geschäftsmodelle
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Innovation und digitalen Kompetenzen. Vor allem KMU sollen mit Beratungsangeboten, Förderinstrumenten und regulatorischen Sandboxes unterstützt werden. Dabei handelt es sich um zeitlich begrenzte Testräume, in denen neue digitale Geschäftsmodelle unter erleichterten regulatorischen Bedingungen erprobt werden können.
Parallel dazu sollen Bildungs- und Weiterbildungsangebote ausgebaut werden, um die Bevölkerung besser auf den technologischen Wandel vorzubereiten. Die Regierung sieht darin eine zentrale Voraussetzung, um die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Standorts langfristig zu sichern.
KI nur als Unterstützung
Auch in der öffentlichen Verwaltung sieht die Regierung Potenzial für KI. Anwendungen könnten laut Mitteilung helfen, Prozesse effizienter zu gestalten und die Qualität von Dienstleistungen zu verbessern. Vollautomatisierte Entscheide mit rechtlicher Wirkung seien allerdings ausdrücklich nicht vorgesehen. KI solle lediglich als Entscheidungsunterstützung dienen.
Die Interpellationsbeantwortung wird voraussichtlich im Juni 2026 im Landtag behandelt.
Text: pd/red