Kooperationen werden für Innovationen immer wichtiger

Künstliche Intelligenz, Photonik, Sensorik und Robotik verändern derzeit ganze Branchen. Doch neue Technologien entstehen immer seltener innerhalb einzelner Unternehmen. Am Technologietag 2026 der OST – Ostschweizer Fachhochschule in Buchs stand deshalb die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik im Mittelpunkt. Die zentrale Botschaft: Wer Innovationen vorantreiben will, muss Kooperationen stärken.

Michael Auer, Präsident des Hochschulrats der OST, bezeichnete Zusammenarbeit als entscheidenden Erfolgsfaktor. Die spannendsten Innovationen entstünden dort, wo unterschiedliche Disziplinen, Branchen und Technologien aufeinandertreffen. Entsprechend lautete das Motto des diesjährigen Anlasses «Kooperation als Motor für Innovation».

Michael Auer

Innovation braucht Partner

Auch für kleine und hochspezialisierte Wirtschaftsstandorte sind Kooperationen zentral. Hubert Büchel, Regierungsrat des Fürstentums Liechtenstein, verwies darauf, dass Innovation nicht allein von der Grösse eines Landes abhänge. Entscheidend seien Spezialisierung, Qualität und unternehmerische Weitsicht.

Hubert Büchel

Gleichzeitig seien kleinere Volkswirtschaften darauf angewiesen, Wissen, Infrastruktur und Kompetenzen über Organisationsgrenzen hinweg zu bündeln. Als wichtige Partner in der Region nannte Büchel unter anderem die Universität Liechtenstein, die OST, RhySearch, den Switzerland Innovation Park Ost sowie den neuen Sensor Innovation Hub in Buchs.

Schweiz bleibt stark, steht aber unter Druck

Die Schweiz belegt in internationalen Innovationsrankings weiterhin Spitzenplätze. Laut Martin Wörter von der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich profitiert das Land von starken Hochschulen, hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einem funktionierenden Innovationsfördersystem.

Martin Wörter

Gleichzeitig nehme der internationale Wettbewerb zu. Länder wie Dänemark, Schweden und Finnland holen auf. Zudem erschweren Faktoren wie Fachkräftemangel, steigende Kosten und regulatorische Anforderungen die Innovationsarbeit vieler Unternehmen. Trotzdem erzielen Schweizer Firmen laut Wörter weiterhin rund ein Drittel ihres Umsatzes mit innovativen Produkten.

Weniger Unternehmen forschen selbst

Sorgen bereitet Fachleuten die sinkende Breite der Innovationslandschaft. Analysen der KOF zeigen, dass sich Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zunehmend auf weniger Unternehmen konzentrieren.

Auch die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) sieht Handlungsbedarf. Claudia Schärer, Leiterin Foresight der SATW, forderte eine stärkere Verankerung der Innovationskultur in Unternehmen sowie mehr Unterstützung beim Aufbau von Kooperationen. Zudem müssten Technologietransferstellen an Hochschulen weiter gestärkt werden.

Claudia Schärer

Der von der SATW erarbeitete «Technology Outlook» zeigt ausserdem, welche Technologien in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen könnten. Dazu gehören beispielsweise neue Verfahren zur Rückgewinnung von Gold aus Elektroschrott ohne hochgiftige Säuren.

KI erhöht den Druck auf Rechenzentren

Ein wichtiges Thema des Technologietags war die wachsende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz. Der zunehmende Einsatz von KI-Anwendungen führt weltweit zu einem steigenden Bedarf an Rechenleistung und damit auch zu einem höheren Energieverbrauch.

Kirsten Moselund vom Paul Scherrer Institut (PSI) geht davon aus, dass sich der Energieverbrauch globaler Rechenzentren in den kommenden fünf Jahren verdoppeln wird. Eine mögliche Antwort darauf sei die Photonik. Dabei werden Informationen nicht mehr über elektrische Signale, sondern über Licht übertragen und verarbeitet. Dies könnte deutlich energieeffizientere Systeme ermöglichen.

Kirsten Moselund

Neuer Hub soll Technologietransfer fördern

Im Rahmen des Technologietags wurde auch die Lancierung des Sensor Innovation Hub gefeiert. Die Initiative von OST, Switzerland Innovation Park Ost und RhySearch soll den Technologietransfer im Bereich miniaturisierter Produkte fördern. Im Fokus stehen unter anderem Industriesensoren und Anwendungen in der Gesundheitstechnik.

Neben den Hauptreferaten bot der Anlass vertiefte Einblicke in Themen wie Precision Photonics, moderne Sensortechnologien, Medizintechnik sowie Robotik. Für die Veranstalter zeigte der Technologietag vor allem eines: Innovation entsteht nicht isoliert, sondern durch den Austausch von Wissen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure.

Text: pd/red