KI im Schulalltag: Orientierung statt Automatik

Künstliche Intelligenz ist am Hightech Campus Buchs gelebte Praxis. An der International School Rheintal wird sie gezielt eingesetzt, mit klaren Regeln, hoher Transparenz und einem starken Fokus auf Datensicherheit.

An der International School Rheintal lernen Kinder und Jugendliche aus vielen Nationen unter einem Dach. Der Unterricht erfolgt auf Englisch nach dem International-Baccalaureate-Programm. Entsprechend hoch ist der Anspruch an Medienkompetenz und eigenverantwortliches Lernen. KI wird dabei nicht als Abkürzung verstanden, sondern als Werkzeug, das Orientierung geben kann, nicht aber Entscheidungen abnimmt.

Der Mensch bleibt Pilot

«Der Mensch bleibt Pilot», sagt Oliver Beck, Leiter Oberstufe und Gymnasium. KI könne strukturieren, erklären oder Vorschläge liefern, die Verantwortung bleibe jedoch beim Menschen. Diese Haltung prägt den gesamten Umgang mit KI an der Schule. Verwaltungsratspräsident Heiner Graf ordnet diese Sicht historisch ein. Bereits bei früheren Technologien wie dem Taschenrechner habe sich gezeigt, dass nicht das Werkzeug das Denken ersetze, sondern der Umgang damit entscheidend sei. Auch bei KI gehe es darum, Resultate kritisch zu prüfen und einzuordnen, statt sie ungefiltert zu übernehmen.

KI als Lernhilfe mit klaren Grenzen

Im Unterricht wird KI bewusst und gestaffelt eingesetzt. In den unteren Klassen dient sie vor allem dazu, Inhalte verständlicher zu machen oder Gedanken zu spiegeln. In höheren Stufen kommt sie bei Recherchen zum Einsatz. Entscheidend bleibt jedoch stets das eigene Denken. «Wer Resultate einfach übernimmt, lernt nichts», sagt Gus Alcalá, Head of Educational Technology. Der kompetente Umgang mit KI, inklusive sinnvoller Fragestellungen und kritischer Bewertung der Antworten, ist deshalb Teil des Lernprozesses.

Sicherheit und Transparenz

Ein zentraler Schwerpunkt ist die Datensicherheit. Die International School Rheintal verzichtet bewusst auf kostenlose KI-Tools, bei denen mit persönlichen Daten bezahlt wird. Stattdessen kommen Lösungen mit klaren Datenschutzstandards zum Einsatz. Ziel ist es, Informationen innerhalb des schulischen Umfelds zu halten. Parallel dazu gilt eine konsequente Transparenzregel. Schülerinnen und Schüler müssen offenlegen, wo und wie KI eingesetzt wurde, ebenso die Lehrpersonen. Prompting und Quellenangaben werden damit zu festen Bestandteilen der digitalen Kompetenz. Prüfungen finden ohne KI, ohne Internet und ohne Hilfsmittel statt.

Unterstützung bei sprachlicher Integration

Besonders hilfreich ist KI bei Neueintritten aus dem Ausland. Übersetzungen erleichtern den Einstieg in den Unterricht, bis die notwendige Sprachkompetenz aufgebaut ist. Sie ersetzen jedoch nicht das Lernen selbst. «KI kann Tempo bringen, aber keine Tiefe», sagt Oliver Beck. Tiefe entsteht durch eigenes Denken, durch Auseinandersetzung und durch Zeit. Genau darauf setzt die International School Rheintal im Umgang mit neuer Technologie.

Text: pd/red
Bild: Ralph Dietsche