KI-Boom beschert VAT Rekordaufträge

Der Halbleiterzulieferer VAT aus Haag verzeichnet im zweiten Quartal 2026 einen Rekordauftragseingang von 500 Millionen Franken. Das entspricht einem Plus von 102 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber sind vor allem Investitionen in Hochleistungs-Chips für KI-Rechenzentren.

Die Nachfrage nach hochentwickelten Logik- und Speicherchips übersteigt weiterhin die verfügbaren Produktionskapazitäten. Insbesondere die Investitionen grosser Betreiber von Rechenzentren beschleunigen den Ausbau moderner Halbleiterfabriken. Davon profitiert VAT mit ihren Ventil- und ergänzenden Produkten für die Chipfertigung.

Im Geschäftsbereich Semiconductors erhöhte sich der Auftragseingang im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 45 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 134 Prozent. Wachstumstreiber waren vor allem Hochleistungs-Logik- und DRAM-Chips für KI-Rechenzentren. Gleichzeitig setzte sich die steigende Nachfrage chinesischer Anlagenhersteller fort.

Der Umsatz der VAT-Gruppe stieg gegenüber dem ersten Quartal um 32 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 291 Millionen Franken. Der Auftragsbestand erreichte mit 648 Millionen ebenfalls einen Rekordwert. Er lag 121 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, die sogenannte Book-to-Bill-Rate, betrug 1,7.

Ausbau belastet Halbjahresergebnis

Im gesamten ersten Halbjahr nahm VAT Aufträge über 856 Millionen Franken entgegen. Das sind 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz sank hingegen um acht Prozent auf 512 Millionen. Zu konstanten Wechselkursen blieb er praktisch unverändert.

Das EBITDA ging um zehn Prozent auf 148 Millionen Franken zurück. Die EBITDA-Marge erreichte 29 Prozent und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert von 29,6 Prozent. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch die Kosten des laufenden Kapazitätsausbaus und die damit verbundenen Neueinstellungen. Der Reingewinn sank um sechs Prozent auf 99 Millionen; der freie Cashflow reduzierte sich um 18 Prozent auf 42 Millionen.

Um die hohe Nachfrage bedienen und die Lieferzeiten verkürzen zu können, schuf VAT im ersten Halbjahr weltweit 709 zusätzliche Vollzeitstellen. Rund 85 Prozent davon entstanden in der Produktion oder in produktionsnahen Bereichen. Mehr als die Hälfte der Neueinstellungen erfolgte in Malaysia. Ende Juni beschäftigte VAT weltweit 3959 Mitarbeiter.