Forschungspreis für Thurgauer Robotikforscher

Der in Arbon aufgewachsene Wissenschaftler Maximilian Stölzle erhält den Forschungspreis Walter Enggist 2026. Ausgezeichnet wird seine Dissertation zur weichen Robotik, in der er Methoden entwickelt hat, um solche Roboter sicherer und präziser zu steuern.

Maximilian Stölzle forscht derzeit als Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die unabhängige Beurteilungskommission des Forschungspreises unter dem Vorsitz von Sibylle Minder Hochreutener hat seine Dissertation «Safe yet precise soft robots: Incorporating physics into learned models for control» aus einer Reihe eingereichter Arbeiten ausgewählt.

Im Zentrum der Arbeit steht die sogenannte weiche Robotik. Während klassische Roboter meist aus starren Bauteilen bestehen, können weiche Roboter Kräfte abfedern, sich ihrer Umgebung anpassen und empfindliche Objekte schonender berühren. Dadurch eignen sie sich insbesondere für Anwendungen, bei denen Roboter eng mit Menschen zusammenarbeiten oder mit empfindlichen Gegenständen umgehen.

Physik und KI kombiniert

Eine zentrale Herausforderung liegt bislang in der Steuerung: Weiche Roboter sind aufgrund ihrer flexiblen Struktur schwieriger präzise zu modellieren und zu kontrollieren als starre Systeme. Stölzle hat in seiner Dissertation Methoden entwickelt, mit denen sich ihr Verhalten besser modellieren und regeln lässt. Dabei verbindet er physikalische Modelle mit Verfahren des maschinellen Lernens.

«Maximilian Stölzles Arbeit verbindet das Thema weiche Robotik mit dem Aspekt der künstlichen Intelligenz. Damit ist sie hochaktuell und von grosser Relevanz», sagt Sibylle Minder Hochreutener. Die Jury würdigt neben der wissenschaftlichen Leistung auch Stölzles Fähigkeit, seine Forschung verständlich zu vermitteln.

Der Thurgauer absolvierte seine Matura an der Kantonsschule Romanshorn und studierte anschliessend Maschinenbau an der ETH Zürich. Seine Promotion schloss er an der Delft University of Technology in den Niederlanden ab. Heute forscht er am MIT in den USA.

Preisgeld fliesst in neues Forschungsprojekt

Stölzle sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung für die gesellschaftliche Bedeutung seiner Arbeit. «Den Forschungspreis Walter Enggist zu erhalten, bedeutet für mich eine besondere Anerkennung dafür, dass Forschung an sicheren, menschennahen Robotern gesellschaftlich relevant ist. Der Preis bestärkt mich darin, diese Arbeit weiterzuführen und Grundlagenforschung mit realen Anwendungen zu verbinden.»

Das Preisgeld will Stölzle für ein neues Forschungsprojekt zum gemeinsamen Design von weichen Robotern und Greifern einsetzen. Als mögliche Anwendung nennt er die schonende automatisierte Obsternte.

Der Forschungspreis Walter Enggist 2026 wird am Mittwoch, 16. September, im Rahmen einer öffentlichen Feier im Hauptgebäude der Kantonsschule Frauenfeld verliehen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Text: pd/red