Dozwil führt den Ostschweizer Glasfaser-Check an
Beim Glasfaserausbau zeigt sich in der Ostschweiz ein ausgeprägtes Gefälle. Während Dozwil im Thurgau vollständig erschlossen ist und mehrere Gemeinden Werte von über 99 Prozent erreichen, liegt Untereggen im Kanton St.Gallen bei lediglich 3,4 Prozent. Der eastdigital-Check zeigt die drei Spitzenreiter und die drei Schlusslichter in jedem Ostschweizer Kanton.
Bis 2035 soll die Schweiz über ein flächendeckendes Glasfasernetz verfügen. Um insbesondere die Erschliessung ländlicher Gebiete voranzutreiben, ist ein Förderprogramm von bis zu 730 Millionen Franken vorgesehen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass der Ausbau regional sehr unterschiedlich weit fortgeschritten ist. Selbst innerhalb der Ostschweizer Kantone liegen nahezu vollständig erschlossene Gemeinden und Gebiete mit sehr geringer Abdeckung teilweise nahe beieinander.
Grundlage des eastdigital-Checks sind die Gemeindedaten des Bundesamtes für Kommunikation mit Stand April 2026. Ausgewiesen wird der Anteil der Wohn- und Geschäftsgebäude, bei denen ein Glasfaseranschluss mindestens bis zum Gebäude angeboten wird.
Kanton St.Gallen: Die Hauptstadt liegt vorne
An der Spitze des Kantons St.Gallen steht die Stadt St.Gallen. Von insgesamt 10’566 erfassten Gebäuden verfügen 10’531 über einen Glasfaseranschluss. Das entspricht einer Abdeckung von 99,7 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Goldach mit 99,5 Prozent beziehungsweise 1689 von 1698 Gebäuden und Steinach mit ebenfalls 99,5 Prozent beziehungsweise 729 von 733 Gebäuden.
Am anderen Ende der Rangliste steht Untereggen. Dort sind lediglich 12 von 353 Gebäuden erschlossen, was einem Anteil von 3,4 Prozent entspricht. Rüthi kommt mit 40 von 810 Gebäuden auf 4,9 Prozent. Das dritttiefste Ergebnis weist Schänis mit 65 von 1198 Gebäuden und einer Quote von 5,4 Prozent auf.
Kanton Thurgau: Dozwil erreicht 100 Prozent
Dozwil ist nicht nur Thurgauer Spitzenreiter, sondern auch die einzige vollständig erschlossene Gemeinde der Ostschweiz. Alle 210 erfassten Gebäude verfügen über einen Glasfaseranschluss. Auf Rang zwei folgt Wilen mit 652 von 654 Gebäuden und einer Abdeckung von 99,7 Prozent. Rickenbach belegt mit 396 von 399 Gebäuden beziehungsweise 99,2 Prozent den dritten Platz.
Schlusslicht im Thurgau ist Kesswil. Dort sind 15 von 373 Gebäuden erschlossen, was einer Quote von 4,0 Prozent entspricht. Raperswilen erreicht mit 8 von 188 Gebäuden 4,3 Prozent. In Berlingen verfügen 20 von 392 Gebäuden über einen Anschluss. Das ergibt einen Anteil von 5,1 Prozent.
Appenzell Ausserrhoden: Herisau steht an der Spitze
In Appenzell Ausserrhoden führt Herisau die Rangliste mit einer Glasfaserabdeckung von 99,2 Prozent an. 3376 von insgesamt 3403 Gebäuden sind erschlossen. Dahinter folgen Bühler mit 486 von 492 Gebäuden und einer Quote von 98,8 Prozent sowie Heiden mit 1250 von 1266 Gebäuden beziehungsweise 98,7 Prozent.
Das Schlusslicht bildet Urnäsch. Dort verfügen 38 von 1004 Gebäuden über einen Glasfaseranschluss, was 3,8 Prozent entspricht. Kaum höher liegt Wolfhalden mit 30 von 745 Gebäuden und einer Abdeckung von 4,0 Prozent. Auf dem drittletzten Platz steht Hundwil mit 238 von 417 Gebäuden beziehungsweise 57,1 Prozent.
Appenzell Innerrhoden: Appenzell erreicht den höchsten Wert
In Appenzell Innerrhoden erreicht Appenzell mit 1584 von 1688 Gebäuden eine Glasfaserquote von 93,8 Prozent. Oberegg folgt mit 691 von 790 Gebäuden beziehungsweise 87,5 Prozent. Auf Rang drei liegt Schlatt-Haslen mit 290 von 423 Gebäuden und einer Abdeckung von 68,6 Prozent.
Den tiefsten Wert weist Schwende-Rüte auf. Dort sind 1170 von 2284 Gebäuden erschlossen, was einem Anteil von 51,2 Prozent entspricht. Gonten kommt mit 348 von 549 Gebäuden auf 63,4 Prozent. Schlatt-Haslen folgt mit 68,6 Prozent. Da Appenzell Innerrhoden lediglich fünf Gemeinden beziehungsweise Bezirke umfasst, erscheint Schlatt-Haslen sowohl unter den drei Spitzenreitern als auch unter den drei Schlusslichtern.
Bestehende Leitungsrohre beschleunigen den Ausbau
Für den Glasfaserausbau sind private Telekommunikationsunternehmen und lokale Infrastrukturbetreiber verantwortlich. Dabei müssen nicht überall Strassen grossflächig aufgerissen werden. Vielfach lassen sich bestehende Leitungsrohre nutzen, durch die Glasfaserkabel mithilfe von Druckluft über mehrere Hundert Meter eingezogen werden.
Die St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke bauen das Glasfasernetz in der Region seit rund 15 Jahren aus. Nach eigenen Angaben investierten sie dafür etwa 100 Millionen Franken und verlegten rund 6000 Kilometer Kabel. Dennoch zeigt der Vergleich, dass die Ostschweiz auf dem Weg zum flächendeckenden Glasfasernetz noch sehr unterschiedlich weit fortgeschritten ist.
Die Zahlen stammen aus dem Breitbandatlas des BAKOM. Sie zeigen, wo ein Anschluss angeboten wird, nicht jedoch, ob er bereits aktiviert ist oder ob die Glasfaser innerhalb des Gebäudes bis in jede Wohnung oder jedes Geschäft führt. Die Angaben der Netzbetreiber an den Breitbandatlas erfolgen zudem freiwillig